© Grüne Tanne Thale
Speisegaststätte “Grüne Tanne” Roßtrappenstraße 10-11 06502 Thale/Harz
03947/66818
Eine der bekanntesten Gaststätten in Thale ist die „Grüne Tanne“. Ihre Entstehung fällt in den Beginn des 19. Jahrhunderts. Schon 1823 bewirtschaftete Christian Friedrich Palm das Gasthaus. Er selbst stammte aus dem kleinen Harzdorf Cattenstedt, wo schon sein Vater Gastwirt war. 1842 erwarb der Nadler Holzmann die „Grüne Tanne“ für 3000 Taler. Alle Holzauktionen der königlichen Oberförsterei wurden hier abgehalten. Der nächste Besitzer war Christian Schobbert, der jedoch am 11. Juni 1866 in den Deutsch – Preußischen Krieg ziehen musste und ab dem 3. Juli 1866 als vermißt galt. Als fortführende Pächterin der „Grünen Tanne“ war Christel Pfabe hier Wirtin. Schon bald kaufte im Jahre 1869 der Kupferschmied und Siedemeister der Zuckerfabrik der Freiherr von dem Busche Streithorst an der Neinstedter Straße (später Kreuzhilfe, heute abgerissen) Otto Bohse das Gasthaus. In diesen Jahren wurden „Die Liedertafel“ und der Theaterverein „Concordia“ gegründet. Beide Vereine nutzten die „Grüne Tanne als ihr Vereinslokal. Viele Vereinsvergnügen feierte man im kleinen niedrigeren Saal des alten Hauses während der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts. Nachdem 1882 die Gaststätte in den Besitz von Fritz Klietz überging gründete sich hier 1888 der Gesangsverein „Orion“ und nutzte diese Räumlichkeit sogar für seine Übungsstunden. 1889 kaufte Karl Neuhaus das Lokal, dieser musste jedoch schon kurze Zeit später, vermutlich wegen zu hoher Schulden, abgeben. So übernahm 1890 die Brauerei „Thale Aktien Gesellschaft das Gasthaus. Ein weiter Besitzer war Wendenburg, der 1896 an Fiserva`s verkaufte. Er baute den großen Saal hinten im Garten, jedoch kam es zu einem Brand und die „Grüne Tanne ging im Jahre 1900 wieder in den Besitz der Brauerei über. Der abgebrannte Saal wurde wieder aufgebaut und noch etwas vergrößert. Wilhelm Bierstedt aus Aschersleben pachtete dieses ehrwürdige Lokal. 1919 und schaffte es das die „Grüne Tanne“ an ihn wieder verkaufte wurde. Zu Bierstedt`s Zeiten fanden hier aufgrund des I. Weltkrieges größere politische Veranstaltungen statt. Neben der Gastwirtschaft betrieb Bierstedt eine Roßschlachterei. Nach seinem Tod übernahm dessen Sohn beide Unternehmen. Während und nach dem II. Weltkrieg kam es zu einer besonders großen Beliebtheit des Lokales unter der Thalenser Bevölkerung, weil man hier ohne Lebensmittelmarken Pferdefleischgerichte verzehren konnte. Die überlieferten Rezepturen aus der damaligen Zeit, wie zum Beispiel das Gericht „Halb und Halb“ (Eine Pferdeboulette und eine Portion Pferdegulasch mit hausgemachtem Kartoffelsalat) erfreuen sich auch heute noch besonderer Gaumenfreude. Der sich heute im wohlverdienten Ruhestand befindende Hilmar Buchmann kaufte die Gaststätte 1964 und seine Tochter Marion Leonhardt hält seit 1990 an den Traditionen fest und bewirtet Sie heute im vermutlich ältesten Gasthaus von Thale.
Geschichte der Gasthauses